About Me

Kevin Schroeder
Kevin Schroeder ist Autor, Liedtexter und Übersetzer, der seit über zwei Jahrzehnten das Musiktheater in deutscher Sprache prägt. Seine Arbeit umfasst eigene Musicals, prämierte Adaptionen sowie Kooperationen über Bühnen und Ländergrenzen hinweg.

Ursprünglich in Tanz, Gesang und Schauspiel ausgebildet, begann Kevin seine Karriere auf der Bühne – unter anderem am Operettenhaus Hamburg – bevor er seinen Schwerpunkt auf das Schreiben verlagerte. Als freiberuflicher Dramaturg war er früh an mehreren der ersten großen deutschsprachigen Originalmusicals von Stage Entertainment beteiligt. Im Laufe der Zeit wurde er zu einem der profiliertesten Übersetzer von Broadway-Produktionen ins Deutsche und adaptierte Werke wie Die Eiskönigin, Sister Act und Hamilton – Letzteres von der The New York Times als „Meisterwerk“ bezeichnet und 2023 mit dem Craig Simmons Award ausgezeichnet.
Als Originalautor reicht Kevins Arbeit von publikumswirksamen Komödien bis hin zu modernen Neuinterpretationen klassischer Stoffe. Seine Musicals wurden mehrfach ausgezeichnet, international gezeigt und fanden Resonanz sowohl im kommerziellen als auch im institutionellen Theater. Im Zentrum seiner Arbeit steht der tiefe Glaube, dass Musiktheater unterhalten, berühren und relevant zugleich sein kann. Gerade heute gehört das Theater zu den wenigen gemeinsamen Ritualen, die uns vom Sofa holen, um etwas zutiefst Menschliches zu erleben – gemeinsam.

Kevin consistently pushes boundaries, walking that tightrope between artistic ambition and a clear urge to connect with the audience

BUCH UND LIEDTEXTE

Kevins eigene Stücke bewegen sich über ein breites Spektrum an Themen, Tonalität und Genres. In den vergangenen 15 Jahren schrieb er Buch und/oder Liedtexte für mehr als ein Dutzend abendfüllender Musicalproduktionen – als Originalautor, Co-Writer oder Leiter eines Teams, der erfahrene Künstlerinnen und Künstler musicalfremder Genres durch den Entwicklungsprozess neuer Musiktheaterwerke führte.

Die Tagebücher von Adam und Eva – eine moderne Musicalkomödie nach Mark Twain – feierte 2012 ihre Premiere im Admiralspalast in Berlin und wird bis heute in Deutschland und Österreich gespielt. Lotte, basierend auf Goethes Die Leiden des jungen Werthers, wählte einen radikalen Ansatz: Die Figur Charlotte Buff rückte ins Zentrum der Erzählung, der Mythos um Werthers Selbstmord wurde hinterfragt. Das Stück erhielt im Premierenjahr sieben Nominierungen für den Deutschen Musical Theater Preis.

2017 wurde Mehr – eine poetische Neuerzählung von Grimms Vom Fischer und seiner Frau – mit acht Nominierungen bedacht und brachte Kevin die Auszeichnung für die Besten Liedtexte ein. Im darauffolgenden Jahr gewann Fack Ju Göhte – eine Pop-Komödie nach einem der erfolgreichsten deutschen Kinofilme – den Preis für das Beste Musical. In München wurde eigens ein neues Theater für die Produktion errichtet; anschließend ging die Show international auf Tour und ist weiterhin im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen.

Kevin lotet in seiner Arbeit immer wieder die Grenzen des Genres aus und verbindet künstlerischen Anspruch mit dem klaren Wunsch, für das Publikum zu schreiben – etwa in Mata Hari (Gärtnerplatztheater, 2023) oder Frankenstein, einer mutigen Open-Air-Produktion bei den Luisenburg-Festspielen im selben Jahr.

Publikumserfolge wie Robin Hood (mit Dennis Martin und Chris de Burgh) oder seine Überarbeitung von Die Päpstin nach dem Roman von Donna Woolfolk Cross haben in den vergangenen Jahren hunderttausende Zuschauerinnen und Zuschauer angezogen – und Kevin ist neugierig, welche Geschichten und Musicals die Zukunft bereit hält.

ADAPTIONEN

Dennoch nehmen Kevins deutschsprachige Übersetzungen einen besonderen Platz in seinem Herzen ein. Beginnend mit seiner ersten großen Adaption von Frank Wildhorns Der Graf von Monte Cristo entwickelte er sich zu einer der prägenden Stimmen dafür, wie angloamerikanisches Musiktheater in Deutschland, Österreich und der Schweiz erlebt wird.

Bis heute hat er mehr als 15 Titel adaptiert und dabei mit renommierten Branchengrößen wie John Kander, Stephen Schwartz, David Zippel, Alan Menken und Lin-Manuel Miranda zusammengearbeitet. Seit 2009 wurden seine Adaptionen von mehr als sechs Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern gesehen und werden weiterhin im gesamten deutschsprachigen Raum gespielt.

Diese Produktionen unterscheiden sich stark in Ton und Stil – von Aladdin bis Chicago, von Crazy for You bis Natürlich Blond über The Sound of Music bis Hamilton. Mehrere davon entstanden in Zusammenarbeit mit geschätzten Kolleginnen und Kollegen wie Heiko Wohlgemuth oder Sera Finale.

Jede Adaption bringt eine neue Herausforderung mit sich – und ein großes Vergnügen. Sie ist Übersetzung und Neuschöpfung zugleich: ein Prozess, der Empathie, handwerkliche Präzision und ein tiefes Eintauchen in die Stimme der ursprünglichen Autorinnen und Autoren vereint. Für Kevin ist es stets ein kreatives Gespräch – eines, für das er dankbar ist, selbst (oder gerade dann), wenn der Originalautor die Bühne längst verlassen hat.

Neugierig geworden? In einer Folge des deutschen Branchenpodcasts Katzen und Cashcows (2020) spricht Kevin über seinen kreativen Weg und erste Meilensteine.
Als Mitglied der Deutschen Musical Akademie und als internationales Mitglied von Mercury Musical Developments ist Kevin eng mit den kreativen Netzwerken verbunden, die das neue Musiktheater in Europa mitgestalten.